Rotlicht und Infrarotlicht - was steckt dahinter?

ROT- UND NAHINFRAROTLICHT

Die Technologie hinter modernen Rotlichtgeräten

Die Qualität eines Rotlichtgeräts wird nicht allein durch die Anzahl der LEDs oder eine möglichst hohe Leistungsangabe bestimmt. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener technischer Faktoren – von den eingesetzten Wellenlängen über die Lichtintensität bis hin zur passenden Anwendungsdauer.

Auf dieser Seite erklären wir die wichtigsten Eigenschaften verständlich und zeigen, worauf bei der Auswahl und Nutzung eines Rot- oder Nahinfrarotlichtgeräts geachtet werden kann.

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Wellenlängen

Rotlicht ist nicht gleich Rotlicht

Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen. Die jeweilige Wellenlänge wird in Nanometern – kurz nm – angegeben und beeinflusst, wie das Licht mit der Haut und dem darunterliegenden Gewebe interagiert.

Im Bereich der Photobiomodulation werden vor allem rotes Licht und Nahinfrarotlicht eingesetzt. Sichtbares rotes Licht liegt ungefähr zwischen 620 und 750 Nanometern. Nahinfrarotlicht beginnt oberhalb des sichtbaren Bereichs und kann mit dem menschlichen Auge nicht mehr wahrgenommen werden.

Nicht jede Wellenlänge wird automatisch gleich gut untersucht oder für jede Anwendung gleich eingesetzt. Häufig verwendete Bereiche liegen beispielsweise bei ungefähr 630 bis 680 nm für rotes Licht sowie bei etwa 800 bis 880 nm für Nahinfrarotlicht.

Rotes Licht wird vor allem an der Oberfläche des Körpers aufgenommen. Nahinfrarotlicht kann – abhängig von Gewebe, Wellenlänge und Anwendungsbedingungen – tiefer in das Gewebe eindringen. Deshalb kombinieren viele moderne Geräte beide Lichtbereiche.

Wichtig: Eine grössere Anzahl unterschiedlicher Wellenlängen bedeutet nicht automatisch eine bessere Leistung. Relevant sind die Qualität der eingesetzten LEDs, die tatsächliche Lichtleistung und die sinnvolle Abstimmung der Wellenlängen.
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Bestrahlungsstärke

Wie viel Licht erreicht den Körper?

Die Bestrahlungsstärke beschreibt, wie viel optische Leistung auf eine bestimmte Fläche trifft. Sie wird üblicherweise in mW/cm² – Milliwatt pro Quadratzentimeter – angegeben.

Dieser Wert ist wichtig, weil er beeinflusst, wie schnell eine bestimmte Lichtdosis erreicht wird. Eine höhere Bestrahlungsstärke kann die erforderliche Anwendungszeit verkürzen. Ein möglichst hoher Wert ist jedoch nicht automatisch besser.

Entscheidend ist, dass die Lichtleistung gleichmässig über die Behandlungsfläche verteilt wird. Ausserdem sollte berücksichtigt werden, in welchem Abstand der Messwert ermittelt wurde. Mit zunehmender Entfernung nimmt die auf den Körper treffende Lichtintensität in der Regel ab.

Leistungsangaben lassen sich daher nur sinnvoll vergleichen, wenn Messabstand, Messmethode und die tatsächlich beleuchtete Fläche bekannt sind.

Darauf achten: Eine realistische Messangabe bei einem klar definierten Abstand ist aussagekräftiger als eine sehr hohe theoretische Spitzenleistung ohne weitere Informationen.
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Elektromagnetische Felder

EMF bei Rotlichtgeräten

Rotlichtgeräte benötigen elektrische Energie. Dadurch können – wie bei anderen elektrischen Geräten – elektromagnetische Felder entstehen.

Die Höhe der messbaren EMF-Werte hängt unter anderem von der Stromversorgung, der internen Elektronik, der Konstruktion und dem Abstand zum Gerät ab.

Hochwertige Geräte können so aufgebaut sein, dass unerwünschte elektrische und magnetische Felder möglichst gering gehalten werden. Dabei können beispielsweise die Anordnung der Bauteile, die Stromversorgung und eine geeignete Abschirmung eine Rolle spielen.

Wer EMF-Werte verschiedener Geräte vergleichen möchte, sollte darauf achten, dass die Messungen unter vergleichbaren Bedingungen durchgeführt wurden. Angaben ohne Messabstand sind nur eingeschränkt aussagekräftig.

Hinweis: EMF-Angaben sollten möglichst transparent dokumentiert sein. Relevant sind insbesondere die Messmethode, der Abstand und die Unterscheidung zwischen elektrischen und magnetischen Feldern.
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Dosierung

Die passende Lichtmenge

Neben der Lichtintensität spielt auch die Dauer der Anwendung eine wichtige Rolle. Zusammen bestimmen diese Faktoren, wie viel Lichtenergie auf eine bestimmte Fläche übertragen wird.

Die Lichtdosis wird häufig in J/cm² – Joule pro Quadratzentimeter – angegeben. Vereinfacht lässt sie sich aus der Bestrahlungsstärke und der Anwendungszeit berechnen.

Eine längere Anwendung führt nicht zwangsläufig zu einem besseren Ergebnis. In der Forschung zur Photobiomodulation wird häufig ein dosisabhängiger Zusammenhang beschrieben: Zu wenig Licht kann möglicherweise keinen ausreichenden Reiz erzeugen, während eine unnötig hohe Dosis nicht automatisch zusätzliche Vorteile bringt.

Die geeignete Anwendung hängt unter anderem vom Gerät, der verwendeten Wellenlänge, dem Abstand und dem gewünschten Einsatzbereich ab. Deshalb sollten die Angaben des jeweiligen Herstellers beachtet werden.

Praxis-Tipp: Beginne mit den empfohlenen Einstellungen und Anwendungszeiten. Eine längere oder häufigere Nutzung sollte nicht allein aufgrund der Annahme erfolgen, dass mehr Licht grundsätzlich besser sei.
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Abstrahlwinkel

Breitflächig oder gezielt?

Der Abstrahlwinkel beschreibt, wie stark sich das Licht nach dem Austritt aus der LED oder Linse auffächert.

Ein breiter Abstrahlwinkel verteilt das Licht über eine grössere Fläche. Dadurch kann ein grösserer Körperbereich gleichzeitig beleuchtet werden. Mit zunehmender Entfernung verteilt sich die Lichtleistung jedoch auf eine immer grössere Fläche.

Ein engerer Abstrahlwinkel bündelt das Licht stärker. Das kann bei gezielten Anwendungen eine höhere Intensität im zentralen Bereich ermöglichen. Gleichzeitig wird eine kleinere Fläche abgedeckt.

Der optimale Winkel hängt deshalb davon ab, wie das Gerät genutzt werden soll. Für grossflächige Anwendungen können andere Eigenschaften sinnvoll sein als für die gezielte Beleuchtung kleiner Bereiche.

Wichtig: Der Abstrahlwinkel sollte immer zusammen mit dem empfohlenen Abstand und der tatsächlichen Ausleuchtung betrachtet werden.
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Pulsierendes Licht

Kontinuierlich oder in Impulsen?

Bei kontinuierlichem Licht leuchten die LEDs während der gesamten Anwendung ohne Unterbrechung. Bei pulsierendem Licht wird die Lichtabgabe in sehr kurzen Intervallen ein- und ausgeschaltet.

Einige Geräte bieten unterschiedliche Pulsfrequenzen an. Die Idee dahinter ist, die Lichtabgabe zeitlich zu strukturieren. Ob dies gegenüber einer kontinuierlichen Beleuchtung einen klaren allgemeinen Vorteil bietet, hängt jedoch von der jeweiligen Anwendung und der wissenschaftlichen Datenlage ab.

Die bisherige Forschung liefert kein einheitliches Ergebnis, das pulsierendes Licht grundsätzlich als überlegen ausweist. Kontinuierliche Beleuchtung ist technisch einfacher und wird in vielen Anwendungen eingesetzt.

Eine Pulsfunktion kann daher ein zusätzliches Ausstattungsmerkmal sein, sollte aber nicht automatisch als Qualitätsmerkmal oder als Garantie für eine bessere Wirkung verstanden werden.

Fazit: Entscheidend ist nicht allein, ob ein Gerät pulsiert. Wellenlänge, Lichtleistung, Dosis und die passende Anwendung bleiben zentrale Faktoren.
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Rotlicht als Umgebungslicht

Warmes Licht für die Abendstunden

Rotes Licht kann auch als dezente Beleuchtung in den Abendstunden eingesetzt werden und eine ruhige, angenehme Atmosphäre schaffen.

Licht beeinflusst die innere Uhr des Menschen. Besonders kurzwelliges, blauhaltiges Licht kann am Abend die körpereigene Melatoninproduktion stören. Rotes Licht enthält deutlich weniger kurzwellige Anteile und wird deshalb häufig als abendfreundlichere Lichtquelle betrachtet.

Eine gedimmte rote Beleuchtung kann sich beispielsweise für Entspannungsphasen, ruhige Abendaktivitäten oder als dezentes Orientierungslicht eignen.

Dabei sollte zwischen einer Rotlichtanwendung mit einem leistungsstarken Gerät und einer gewöhnlichen roten Raumbeleuchtung unterschieden werden. Die Lichtintensität, der Abstand und der Verwendungszweck sind sehr unterschiedlich.

Hinweis: Für eine schlaffreundliche Abendumgebung spielen nicht nur die Lichtfarbe, sondern auch Helligkeit, Dauer und Zeitpunkt der Beleuchtung eine Rolle.

Technologie sinnvoll vergleichen

Ein hochwertiges Rotlichtgerät sollte nicht anhand einer einzelnen Kennzahl beurteilt werden. Erst das Zusammenspiel von Wellenlängen, Bestrahlungsstärke, Lichtverteilung, Abstrahlwinkel, Anwendungsempfehlung und technischer Verarbeitung ergibt ein aussagekräftiges Gesamtbild.

Wichtiger Hinweis:

Die Inhalte dieser Seite dienen ausschliesslich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung. Rot- und Nahinfrarotlichtgeräte sind – sofern beim jeweiligen Produkt nicht ausdrücklich anders angegeben – nicht zur Diagnose, Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Bei bestehenden Beschwerden, Erkrankungen oder Unsicherheiten sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

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